Trauer um Michael Finkenstaedt

[29.12.2009] Trauer um Michael Finkenstaedt! Am vergangenen Wochenende verstarb unser langjähriger Freund und Schülerbüro-Preisträger Michael Finkenstaedt, mit dem wir in den vergangenen Jahren die Zeitzeugengespräche an den Münchner Schulen veranstaltet haben. Wir verlieren mit ihm einen so offenen und bewundernswerten Menschen, der uns in zahllosen Gesprächsrunden zusammen mit Martin Löwenberg immer wieder aufs neue gezeigt hat, dass es verschienste Schicksale im so genannten "Dritten Reich" gegegeben hat. Wir werden ihn niemals vergessen!

JuPo - Generationen im Dialog

2005 jährte sich zum 60. Mal das Ende des Zweiten Weltkriegs – Grund genung für uns, über die Vergangenheit nachzudenken und vor allem Mitschülerinnen und Mitschülern mit der Thematik des „Dritten Reiches“ in Kontakt zu bringen. Weil im Unterricht zwar oft, aber nur theoretisch über Nazi-Deutschland gesprochen wird, haben wir uns dazu entschlossen, interessierten Schülerinnen und Schülern einen möglichst lebensnahen Einblick in das Leben unter dem Regime Hitlers zu geben.

Das Münchner Schülerbüro e.V. veranstaltet deshalb eine Zeitzeugengesprächsreihe an den Münchner Schulen mit Michael Finkenstaedt (ehem. Offizier der Wehrmacht) und Martin Löwenberg (Verfolgter des NS-Regimes). Wenn auch ihr Intereesse an einem außergewöhnlichen und lebendigen Gespräch habt, dann meldet euch bei uns! Wir übernehmen die Organisation – Kosten fallen keine an. Tel. 089/51410663, info@schuelerbuero.de

 

Informationen zum Download

Zeitzeugen_Flyer.pdf

Unsere Zeitzeugen im Profil

Michael Finkenstaedt wurde 1924 in Planegg bei München geboren und besuchte bis 1942 das Gymnasium in Pasing. Um seinen Einzug zur SS zu verhindern, meldete er sich als Freiwilliger bei der Wehrmacht. Im Juli 1944 wurde Finkenstaedt in Russland schwer verwundet und kam im Herbst 44 zurück nach München. Als man ihn dort zum Propaganda-Offizier berief, sah er keine andere Möglichkeit, als sich wieder freiwillig an die Front zu melden. Ab Dezember 1944 war er schließlich wieder an der Ost-Front und wurde dort mehrmals verwundet. Nachdem er im Dezember 1945 nach Hause zurückkehren konnte, wurde er er nach einer Ausbildung Volksschullehrer in München, später wurde er Rektor an einer Grundschule in Neu Forstenried. Nach seiner Pensionierung engagiert er sich heute weiterhin für den internationalen Schüleraustausch und führt Schüler und Lehrer aus anderen Ländern durch München.

Martin Löwenberg, Jahrgang 1925, geboren in Breslau/Schlesien. 1939 zwingen ihn die NS-Rassengesetze seine landwirtschaftliche Lehre abzubrechen. 1942 schließt er seine neu begonnene Sattlerlehre mit der Gesellenprüfung ab. 1944 wird Martin Löwenberg verhaftet und ins Konzentrationslager Flossenbürg in Bayern und später Villerupt nahe Belgien deportiert. Martin Löwenberg ist Gründungsmitglied des VVN-Bund der Antifaschisten und des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB). Außerdem ist er seit 55 Jahren Mitglied der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), außerdem im Seniorenausschuss von ver.di, Betriebsratsvorsitzender sowie Fachgruppenvorsitzender des Groß- und Einzelhandels und in der Großen Tarifkommission.